Verschiedene Arten von Pressen
Die verschiedenen Arten von Pressen unterscheiden sich sowohl im Aussehen als auch in ihrer Anwendung. Daher ein paar Beispiele um ihre speziellen Funktionen zu verdeutlichen.
Thermopressen werden vor allem im Print-Bereich von Textilien verwendet. Sie ermöglichen hohe Auflösungen mit starken Farben und schützen durch eine mögliche Versiegelung lange vor dem Verblassen. Sie werden beispielsweise von vielen Internetdruckereien für T-Shirts und andere Kleidungsstücke genutzt. Sie erzielen optimale Ergebnisse mit hoher Geschwindigkeit und vergleichsweisen niedrigen Betriebskosten. Das Sortiment wurde mit der Zeit noch durch Kleinigkeiten erweitert. So umfasst das Angebot vieler Seiten z.B. noch bedruckte Tassen, Mousepads u.v.m. Dafür sind spezielle Thermopressen und Druckverfahren entwickelt wurden, weil die Standardpressen das Material einer Tasse beispielweise unter dem Druck zerspringen würde.
Schwenkpressen bieten mehr Spielraum für größere Objekte. Durch den Schwenkarm kann das Gerät leichter bestückt werden. Schwenkpressen sind genau wie Kniehebelpressen eine Unterart der Thermopresse. Daher erfüllen Sie dieselben Aufgaben. Sie finden aber im Privatbereich hin und wieder Anwendung. Sie sind kompakter und somit können auch T-Shirts und andere Kleidungsstücke in eigener Arbeit verziert werden.
Kniehebelpressen werden überall dort eingesetzt, wo noch mit der Hand gearbeitet wird und Maschinen z.B. für die Kontrolle nicht eingesetzt werden können. So drücken sie Gummidichtungen auf Gelenkkreuze. Diese werden in der Automobilindustrie verwendet. Oma oder Opa hat unter Umständen noch eine alte Kniehebelpresse im Stall stehen. Diese wurden früher für das Pressen von Obstsaft genutzt. Dazu wurden die Früchte durch ein Sieb gedrückt und der Saft in einem Behälter darunter aufgefangen.
Die ständige Weiterentwicklung der Pressen führte zu elektrischen Varianten. Dadurch ersparte man sich viel Kraft und Schweiß. Der Handbetrieb war damit abgelöst. Dennoch müssen die Pressen vom menschlichen Auge kontrolliert werden, damit sie richtig eingestellt sind und beim Gebrauch nicht durch die verwendeten Medien beschädigt werden. Sie sind und bleiben damit fester Bestandteil einiger Produktionszweige.
Transferpressen
Thermopressen (auch Transferpresse genannt) dienen als wichtigstes Element zur Übertragung von Texten, Bildern, eigenen Designs und Motiven auf verschiedene Materialien wie Textilien und andere Stoffe.
Thermopressen arbeiten, wie der Name schon sagt, mit einem Wärmeverfahren unter hohem Druck. Zum Drucken werden das Medium und ein Thermodruckkopf aneinander vorbeibewegt. Sie berühren einander dabei nicht. Die genutzte Wärme ist so groß, dass die Luft die Partikel z.B. auf das Papier überträgt. Dadurch kann schnell und ohne Stoppen des Fließbandes gedruckt werden.
Im Folgenden werden der Thermodirektdruck und der Thermotransferdruck vorgestellt.
Thermodirektdruck
Bei diesem Verfahren wird ein spezielles Papier durch den Thermodruckkopf so erwärmt, dass sich bei Erhitzung schwärzt. Hierbei kann Schwarzweiß und in Graustufen gedruckt werden. Wobei letzteres nur gerastert dargestellt werden kann.
Thermodirektdrucker sind sehr schnell, preisgünstig und können Kompakt gebaut werden. Sie werden daher für Preisetiketten, Kassenbelege, Eintrittskarten und Paketaufkleber u.v.m. verwendet. Das Papier ist ohne versiegelte Oberfläche leider anfällig gegen Umwelteinflüsse. Die Qualität des Thermopapiers hat sich aber in den letzten Jahren verbessert und durch Aufbringen eines sogenannten „Topcoat“ erhält jede Seite eine Beschichtung und hält wesentlich länger die Schrift am Leben.
Passend dazu wurden auch Thermokopierer entwickelt, um die enormen Kosten senken zu können, die in Ämtern und anderen Intuitionen durch den vielen Papierverkehr entstehen.
Thermotransferdruck
Eine andere Technik die Thermopressen verwenden können ist der Thermotransferdruck. Diese Technikwird für sehr hohe Auflösungen eingesetzt. Hierbei verwendet man eine spezielle Farbfolie und führt diese ebenfalls am Wärmeelement vorbei. Unter der Folie liegt das Papier. Wird nun eine Stelle erhitzt überträgt sich die Farbe von der Folie auf das Papier. Durch die glatte Oberfläche erzeugt sie ein sehr gutes Druckergebnis mit hoher Auflösung. Dafür eignen sich diese Geräte nicht für Graustufen, weil sich die Farbe immer nur vollständig von der Folie löst. Die Haltbarkeit dieser Drucke ist wesentlich höher und eignet sich dafür auch im Sicherheitsbereich. Wichtige Dokumente von Banken und Behörden werden gegen Verblassen lange geschützt.
Desweiteren können nicht nur Papiersorten bedruckt werden. Mit der richtigen Abstimmung der Geräte, lassen sich auch Kunststoffoberflächen mit Farbe bzw. Bildern versehen.
Dieses Verfahren wird bei Etiketten mit hoher Lebensdauer verwendet. Diese sollen die Haltbarkeit des Produktes überdauern, um Aufschluss über alle wichtigen Informationen des Gutes geben zu können.
Kniehebelpresse
Die Kniehebelpresse (engl. Clam-Press) ist die Kompakt-Variante einer Thermopresse. Sie arbeitet auf engsten Raum und schließt sich über einen Winkel von oben herab. Ähnlich wie die Bewegung eines Krokodilmauls. Durch diese Bauweise ist die Kniehebelpresse aber nicht für hohe Drücke geeignet.
Ursprünglich wurde sie zum prägen von Münzen eingesetzt. Ihr Erfinder, Diedrich Uhlhorn, setzte mit dieser Maschine 1817 neue Maßstäbe. Der Name kommt von dem bzw. den Hebeln, die zum Schließen benutzt werden. Sie ähneln dem menschlichen Knie.
Auch diese Varianten können elektrisch, elektromechanisch, pneumatisch und hydraulisch bedient werden. Das ursprüngliche Modell wurde von Hand bedient. Darauf kann dank der Technik heutzutage verzichtet werden.
Die Kniehebelpresse findet vielseitig Verwendung. Als Obstpresse, drückt sie das Gut durch einen Behälter bzw. ein Sieb und trennt den Saft von den festen Bestandteilen. Vor dem technischen Fortschritt und Einführung des Offsetdrucks wurde das Hochdruckverfahren auch bei kleineren Auflagen von Faltblättern und Prospekten verwendet. Heute werden Kniehebelpressen nur noch selten eingesetzt. Kleinere und modernere Varianten kommen beispielsweise in der Montage von Gummiringen auf Stahlgelenke zum Einsatz. Überall dort, wo elektrische Maschinen nicht vollautomatisiert laufen können und eine menschliche Hand noch benötigt wird.
Die Funktion des Kniehebels wird in den meisten Fällen nur zur Verstärkung genutzt. Ein von Hand betriebenes Gerät wird zum Beispiel durch eine herunterschraubbare Deckplatte auf das Gut gedrückt. Reicht die Handkraft nicht mehr aus, wird über ein zweites Gestänge mit dem Kniehebel zusätzlicher Druck ausgeübt. Demnach kann der Druck genau an die Anforderungen angepasst werden.
Kniehebelpressen werden auch für Fertigungsverfahren genutzt. Dazu zählen das Spritzgießen, der Steindruck (z.B. Grabsteine), das Druckgießen und das Prägen von Werkstoffen.
Unter den Handpressen gibt es horizontale und vertikale Möglichkeiten, welche starr und beweglich sein können. Je nach Einsatz können sie verschieden aussehen und unterschiedliche Formen annehmen. Aber vom Prinzip her, gehen sie alle auf die Erfindung der Kniehebelpresse zurück.
Schwenkpresse
Eine Schwenkpresse bezeichnet eine Unterart der Thermopresse. Sie kann einen sehr hohen Druck erzeugen. Ihren Namen erhielt sie von der schwenkbaren Heizplatte die über die Bodenplatte geführt werden kann und das zu bedruckende Medium dazwischen fest einschließt.
Genutzt werden kann eine Schwenkpresse für Metall, Porzellan und Textilien. Je nach verwendetem Material, muss auf eine Temperatur- und Zeitspanne für den korrekten Druck geachtet werden. Metall muss beispielsweise länger und wärmer behandelt werden als Textilien.
Je nach Ausführung arbeiten die Modelle manuell, elektromagnetisch, hydraulisch oder pneumatisch, um das Druckergebnis zu erzielen.
Druckablauf
Im unserem Beispiel wird mit einer elektrischen Schwenkpresse gearbeitet, wie sie heutzutage am häufigsten verwendet wird. Nach dem Anschalten wird der gewünschte Druck mittels einer Schraube oder dem Programm eingestellt. Der Vorteil einer Schwenkpresse. Das Material kann leichter auf die Bodenplatte gelegt werden, wenn die obere Platte zur Seite gedreht wurde.
Nun wird das Material aufgelegt und darüber das Motiv. (z.B. ein Foto) Lesen Sie in der Anleitung ob das Bild spiegelverkehrt oder normal gelegt werden muss. Soll ein Stoff, bsp. Ein T-Shirt, bedruckt werden, waschen Sie diese wenn es neu ist. Damit geht die erste Imprägnierung verloren und das Foto haftet besser.
Bevor alles geschlossen wird, sollte noch Backpapier oder etwas anderes zwischen den Platten und dem Stoff gelegt werden. Das verhindert Beschädigungen an den Platten und dem Material. Nun werden mit dem Programm die richtige Temperatur und die Druckzeit eingestellt. Anschließend den Startknopf betätigen. Es dauert zunächst etwas bis die Heizplatten der Schwenkpresse die gewünschte Hitze erreicht haben, danach beginnt der Druck. Gibt es kein Programm das die Zeit bestimmt, muss mit dem Stopp-Knopf das Drucken beendet werden.
Sollte das Ergebnis nicht Ihren Vorstellungen entsprechen, lesen Sie in der Beschreibung nach oder setzen sich mit dem Hersteller in Verbindung. Es braucht sicherlich etwas Übung. Bei einer manuellen Presse müsste die Arbeit und die Einstellungen alles von Hand vorgenommen werden.